8. Argument: Circustiere zeigen zahlreiche
Anzeichen des Wohlbefindens

Circustiere zeigen bei guter und moderner Haltung (!) keine Verhaltensweisen, die auf Unwohlsein, Stress oder Angst hinweisen, wie z. B. häufiges oder ständiges Auftreten repetitiver Bewegungen, Teilnahmslosigkeit, übermäßige Aggressivität, verkrampfte Körperhaltung, Ausstoßen von Kontaktsuchlauten, zielloses Umherhasten, Ausbruchversuche. Dagegen findet man zahlreiche Anzeichen des Wohlbefindens. So kann man häufig beobachten, dass die Tiere in entspannten Stellungen ruhen oder dösen, ausgedehnt und selbstvergessen Körperpflege betreiben, allein oder mit Artgenossen spielen, sich konzentriert und ohne Hast der Nahrungsaufnahme widmen, Imponier- und Markierverhalten zeigen, sich gegenüber Menschen freundlich und zutraulich verhalten usw. Besonders bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die große Friedfertigkeit vieler Circuselefanten. Häufig können die Circusbesucher ungeschützt ganz nahe an die Elefanten herangehen, sie anfassen oder sogar auf ihnen reiten, ohne dass sie sich dabei in Gefahr bringen.

Hinweise:
Gelegentlich kann man beobachten, dass Circustiere gleichförmige, sich wiederholende Bewegungen zeigen. Dieses Verhalten dauert immer nur kurze Zeit an. Man kann u. a. die folgenden Fälle unterscheiden:

• Die repetitiven Bewegungen werden durch die Erwartung auf unmittelbar bevorstehende, angenehme Ereignisse (Fütterung, Körperpflege, Training usw.) ausgelöst und lassen somit nicht auf ein Leiden der Tiere schließen. Dies ist bei weitem der häufigste Fall.

• Das beschriebene Verhalten ist darauf zurückzuführen, dass das Reiz- und Beschäftigungsangebot nicht ganz ausreichend ist. Da der Circus den Tieren grundsätzlich eine abwechslungsreiche und vielfältige Umgebung bietet, kommt dieser Fall nur sehr selten vor. Die Circusunternehmen arbeiten daran, dieses Phänomen durch geeignete Maßnahmen des „Behavioral enrichment“ ganz zum Verschwinden zu bringen.

• Einen Sonderfall stellen ein paar wenige alte Elefanten dar, die sich die repetitiven Bewegungen vor längerer Zeit angewöhnt haben. Die Tiere zeigen dieses Verhalten manchmal immer noch, obwohl die Faktoren, die es ausgelöst haben, schon lange nicht mehr bestehen. Auch in diesem Fall lässt das repetitive Verhalten nicht den Schluss zu, dass die Tiere leiden.

Quellen:
Siehe Broschüre „T
heoretische Grundlagen der Circustierhaltung" (Navigationsleiste rechts)!